Selbstständigkeit 2025: Deutlicher Anstieg der Existenzgründungen in Deutschland erwartet
Aktuelle Trends der Existenzgründungen in Deutschland
Anstieg der Existenzgründungen
2024 hat in Deutschland einen bemerkenswerten Anstieg der Existenzgründungen um 3% im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet.
Dies entspricht insgesamt 585.000 neuen Gründungen, wie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) berichtet.
Erhöhung der Gründungsintensität
📌 Jahr | 📑 Gründungsintensität (je 10.000 Personen, 18-64 Jahre) |
---|---|
2023 | 110 Neugründungen |
2024 | 115 Neugründungen |
Positive Entwicklung
Die positive Entwicklung bei den Existenzgründungen wird voraussichtlich auch im Jahr 2025 anhalten.
Verschiedene Prognosen deuten darauf hin, dass sich der Trend fortsetzen wird, da immer mehr Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen.
Diese Trends zeigen, dass die Bereitschaft zur Gründung von Unternehmen zunimmt und lassen auf eine dynamische Entwicklung im Bereich der Selbstständigkeit in Deutschland hoffen.
Die strukturellen Merkmale dieser Gründungen, ihre Motivation und die Herausforderungen, denen sie gegenüberstehen, werden in den folgenden Kapiteln näher beleuchtet.
Strukturelle Merkmale der Neugründungen
Die Zahl der Existenzgründungen in Deutschland ist im Jahr 2024 auf 585.000 gestiegen, was einem Anstieg von drei Prozent entspricht.
Interessanterweise starten 80 Prozent der Gründer als Einzelunternehmer.
Dies bedeutet, dass nur jeder Fünfte von Anfang an mit einem Partner gründet oder eine Gesellschaft bildet.
Diese Strukturierung der Gründungen zeigt, dass viele Gründer ihre unternehmerische Reise bevorzugt zunächst alleine starten, möglicherweise um Risiken zu minimieren oder um mehr Entscheidungsfreiheit zu haben.
Einstellen von Mitarbeitern
Lediglich 25 Prozent der Gründer stellen direkt Mitarbeiter ein.
Diese Zurückhaltung kann mehrere Gründe haben, darunter die Unsicherheit am Markt, finanzielle Beschränkungen oder der Wunsch, das Geschäft zunächst klein und überschaubar zu halten.
Dies ist im Vergleich zu früheren Jahren ein bemerkenswert geringer Wert und zeigt, dass neu gegründete Unternehmen häufig zunächst in kleinem Rahmen starten und aus Eigenkapital oder durch Nebenerwerb finanziert werden.
Dominanz des Nebenerwerbs
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt der Gründungstätigkeiten ist die Dominanz des Nebenerwerbs. Mit 382.000 bzw. einem Fünfprozentanstieg gegenüber dem Vorjahr, sind Nebenerwerbsgründungen ein stark wachsender Bereich.
Viele entscheiden sich für die Selbstständigkeit im Nebenerwerb, um sich ein zweites Standbein zu schaffen.
Diese Entwicklung ist verständlich in Anbetracht der unsicheren Arbeitsmarktsituation, die viele Menschen dazu zwingt, alternative Einkommensquellen zu suchen.
Diese strukturellen Merkmale der Neugründungen prägen das Bild der aktuellen Gründungswelle und sind entscheidend für das Verständnis der Dynamiken auf dem deutschen Unternehmertum.
Motivation und Beweggründe der Gründer
Schwierige Arbeitsmarktsituation als Haupttreiber
Ein zentraler Treiber für die steigende Anzahl an Existenzgründungen in Deutschland ist die schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt.
Viele Gründungswillige sehen in der Selbstständigkeit eine Notlösung, um Einkommensverluste zu kompensieren und beruflich voranzukommen.
Fast ein Drittel der Neugründer gibt an, dass sie eigentlich lieber angestellt wären.
Sie entscheiden sich jedoch aufgrund mangelnder Alternativen für diesen Schritt, um wirtschaftlich unabhängig zu bleiben und besser durch die unsicheren Zeiten zu kommen.
Selbstständigkeit als temporäre Lösung für besseres Einkommen
Für viele stellt die Selbstständigkeit jedoch keine dauerhafte Lösung dar.
Häufig wird das eigene Unternehmen nur als Übergang betrachtet, bis sich eine bessere Anstellung ergibt.
Dies zeigt sich auch darin, dass der Großteil der Gründungen im Nebenerwerb stattfindet.
Die Möglichkeit, durch eine Nebentätigkeit zusätzliches Einkommen zu generieren, motiviert besonders in wirtschaftlich unsicheren Zeiten.
Dadurch können sich Gründer ein finanzielles Polster schaffen und gleichzeitig ihre unternehmerischen Fähigkeiten testen.
Umsetzung eigener Geschäftsideen und Karriereentwicklung
Trotz der oft schwierigen Ausgangssituation bleibt das Ziel, eine eigene Geschäftsidee umzusetzen, ein wesentlicher Beweggrund für viele Gründer.
Die Möglichkeit, unabhängig zu arbeiten und eigene Vorstellungen zu verwirklichen, übt einen großen Reiz aus.
Zudem sehen viele in der Gründung eines Unternehmens eine Chance zur persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung.
Durch den Aufbau und die Führung eines eigenen Betriebes können wertvolle Erfahrungen gesammelt werden, die später in Angestelltenverhältnissen oder weiteren unternehmerischen Vorhaben von Vorteil sein können.
Die Herausforderungen für neue Unternehmer sind vielfältig und erfordern kluge Herangehensweisen, um langfristig erfolgreich zu bleiben.
Herausforderungen und langfristige Perspektiven
Stagnierende Gründungszahlen seit 2018
Trotz des moderaten Anstiegs der Existenzgründungen auf 585.000 im Jahr 2024, bleibt die Gesamtentwicklung seit 2018 eher stagnierend.
KfW-Volkswirt Georg Metzger hebt hervor, dass dieser Seitwärtstrend problematisch ist.
Vor etwa zehn Jahren lag die Zahl der Neugründungen noch deutlich über 800.000, was im Vergleich zur heutigen Situation eine erhebliche Abnahme darstellt.
Diese stagnierenden Zahlen sind Zeichen dafür, dass strukturelle Probleme in den Gründungstätigkeiten überwunden werden müssen, um nachhaltiges Wachstum zu gewährleisten.
Rückgang gegenüber früheren Jahrzehnten
Im Jahr 2004 zählte die KfW fast 1,4 Millionen Unternehmensgründungen in Deutschland.
Verglichen mit dieser Zahl verdeutlicht der Rückgang in den Gründungszahlen, dass die Unternehmerlandschaft erhebliche Veränderungen durchgemacht hat.
Solch drastische Rückgänge haben langfristige Auswirkungen auf die Wirtschaftsdynamik und das Innovationspotenzial des Landes.
Deshalb sind Maßnahmen notwendig, um Anreize für Neugründungen zu schaffen und ein unterstützendes Umfeld zu fördern.
Nachfolgeproblematik
Ein weiteres erhebliches Problem ist die Nachfolge von bestehenden Unternehmen.
Nur 17% der im Jahr 2024 neu gegründeten Unternehmen resultierten aus Übernahmen oder Beteiligungen an bestehenden Betrieben.
Dies zeigt, dass eine große Mehrheit der Gründer neue Unternehmen startet, anstatt bestehende zu übernehmen.
Dies verstärkt die Nachfolgelücke und schafft Unsicherheit für Unternehmen, die keine langfristige Nachfolgeregelung haben.
Diese Problematik könnte gelindert werden, indem mehr Programme und Initiativen zur Förderung von Unternehmensübernahmen entwickelt werden.
Blick nach vorne
Um den positiven Trend der Neugründungen zu stärken und langfristig zu sichern, muss verstärkt auf die nachhaltige Unterstützung von Gründern, die Förderung von Unternehmensübernahmen und die Beseitigung struktureller Schwächen gesetzt werden.
Die Förderung von Nebenerwerbsgründungen und die Unterstützung von Solo-Unternehmern sind dabei essenziell, um eine stabile und diverse Unternehmerlandschaft zu gewährleisten.
Ausblick für 2025
Erwartete Fortsetzung des positiven Trends bei Neugründungen
Mit Blick auf das Jahr 2025 gibt es Grund zum Optimismus.
Die Zahl der Existenzgründungen in Deutschland erreichte 2024 eine Steigerung von 3% und liegt nun bei 585.000.
Es wird erwartet, dass dieser positive Trend anhält und die Gründungsintensität weiter zunimmt.
Bereits 2024 stieg die Zahl der Neugründungen pro 10.000 Personen im Alter von 18-64 Jahren auf 115.
Dieser Aufwärtstrend signalisiert ein wachsendes Interesse und Vertrauen in die Selbstständigkeit.
Wachsende Bedeutung des Nebenerwerbs als Einkommensquelle
Ein bemerkenswerter Trend, der sich im Jahr 2025 fortsetzen dürfte, ist der zunehmende Anteil von Nebenerwerbsgründungen.
Im Jahr 2024 machten diese bereits 382.000 der Gründungen aus, was einem Anstieg von 5% entspricht.
Für viele Menschen bietet der Nebenerwerb eine zusätzliche Einkommensquelle und eine Möglichkeit, wirtschaftliche Unsicherheiten zu überbrücken.
Dies zeigt, dass Flexibilität und die Schaffung von zusätzlichen Einkommenswegen an Bedeutung gewinnen.
Bedarf an mehr Unternehmensübernahmen zur Lösung des Nachfolgeproblems
Eine der größten Herausforderungen, die es im Jahr 2025 zu bewältigen gilt, ist die Nachfolgeproblematik.
Im Jahr 2024 wurden nur 17% der Neugründungen durch Übernahmen oder Beteiligungen an bestehenden Unternehmen realisiert.
Um die damit verbundenen Lücken zu schließen und die Stabilität des Marktes zu gewährleisten, müssen mehr Programme aufgelegt werden, die Unternehmensübernahmen fördern.
Dies ist entscheidend, um den langfristigen Erfolg der deutschen Wirtschaft sicherzustellen.
Der Ausblick auf 2025 zeigt eine positive Entwicklung der Selbstständigkeit, wobei jedoch einige strukturelle Herausforderungen angegangen werden müssen.
Diese Situation wird Entscheidungen erfordern, die sowohl die Anzahl als auch die Qualität der Existenzgründungen in den kommenden Jahren optimieren.